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NGZ Artikel / Edition Heikamp
 

Literarische Snacks für jedermann

Ursprünglich war die ‚Edition Heikamp’ im Crago-Verlag nur für Geschichten und Lyrik des gleichnamigen Autors Heinrich Heikamp aus Rommerskirchen vorgesehen. Eine „Ego-Reihe“, wie er heute selber sagt. Mittlerweile zählt die im Jahre 2003 entstandene Taschenheft-Reihe zehn Bände verschiedenster Autoren und Themen. „Ende nächsten Jahres veröffentlichen wir den 18. Titel“, sagt Heikamp und präsentiert bereits die Geschichten für das Jahr 2006.
Die Bücher sind für Autoren gedacht, die bis jetzt nur in Anthologien erschienen sind. „Dabei soll ihnen eine Chance für die erste Einzelpublikation gegeben werden“, erklärt der 40-Jährige. Die Auswahl der Autoren ist dabei ganz unterschiedlich. Teilweise spricht Heikamp die Schriftsteller persönlich an, in einigen Fällen werden sie empfohlen, andere bewerben sich bei ihm.
Sieglinde Ippers hat er beispielsweise auf einer Lesung angesprochen. „Als ich ihre Geschichte gehört habe, war für mich klar, die muss ich haben“, erinnert sich der kaufmännische Angestellte. Nur wenige Monate später hielt die heute 52-Jährige aus Kaarst ihr erstes Taschenheft ‚Das Tagebuch’ in der Hand. „Das war wirklich ein tolles Gefühl“, sagt Ippers mit einem Lächeln. Oft fallen ihr Geschichten ein, wenn sie im Bett liegt und zur Ruhe kommt. „Dann bin ich aber so nervös, dass ich nicht mehr schlafen kann“, erklärt die Familienmutter, „und das heißt, aufstehen und aufschreiben“.
Ähnliche Erfahrungen hat auch Andrea Tillmanns aus Grevenbroich gemacht. „Ich bin mal nachts um drei Uhr aufgestanden und habe einen Traum aufgeschrieben.“ Mittlerweile hat die 33-jährige Physikerin die Geschichte überarbeitet und wird sie bald veröffentlichen. Erst im September ist eine Sammlung ihrer Fantasy-Stories unter dem Titel  ,Der dritte Armreif’ in der ‚Edition Heikamp’ erschienen. „Da bin ich wie verrückt im Zimmer rumgesprungen“, erzählt sie. Ihren Freund habe allerdings nur interessiert, wie viel Geld sie dafür bekommen hat.
„Der Verwandtenkreis reagiert oft komisch“, bestätigt Heikamp aus eigenen Erfahrungen. Viele können nicht nachvollziehen, dass es für einen Autor Anerkennung genug ist, wenn seine Texte abgedruckt werden. Dabei ist es aber für den Crago-Verlag ganz selbstverständlich mit den Autoren für die verkauften Hefte auch Honorare abzurechnen.
Aufgrund der Fülle an Arbeit zieht der Rommerskirchener seit längerem eine Lektorin hinzu, die auch selber gerne schreibt. Sandra Henke wird im kommenden Jahr mit erotischen Horrorgeschichten ebenfalls in der Reihe von Heikamp erscheinen. Bereits im Jahre 2001 hat die Empfangssekretärin ihr erstes Buch veröffentlicht. „Momentan schreibe ich an einer Trilogie mit erotischen Vampirromanen“, sagt die 32-Jährige aus Neuss.
Auch weiterhin liegt es Heinrich Heikamp am Herzen, den Autoren aus der Umgebung eine Plattform für ihre Publikationen zu bieten. In der Vergangenheit waren es unter anderem Ursula Sieberichs aus Grevenbroich und Markus T. Schönrock aus Rommerskirchen, aber auch Schriftsteller aus Braunschweig, Creglingen (Baden-Württemberg) und Großefehn (Ostfriesland). „Wir haben mit diesen Autoren ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt und ein breites Publikum angesprochen“, resümiert Heikamp. Für das Jahr 2006 sind unter anderem Titel von Roswitha Bloch (Rommerskirchen), Gisela Schäfer (Dormagen) und Alexandra Balzer (Grevenbroich) fest eingeplant. Selbstverständlich hat jeder Titel der Reihe eine ISBN und kann über den Buchhandel bezogen werden.